Kopfhörer (r)aus

Eigentlich liebe ich Musik. Ich liebe das Gefühl, dass sie mir gibt, wenn ich mit einem Lied im Ohr draussen spaziere. Als wäre ich in einem Film und das ist die Anfangssequenz.

Protagonistin läuft mit dümmlichem Grinsen die Strasse entlang.

Fällt fast auf die Fresse, weil sie zu tief in Gedanken vergraben eine Stufe übersehen hat.

Ich hab letztens die Kopfhörer zuhause vergessen, und gehört, wie der Bahnhof klingt. Theoretisch hab ich es ja gewusst: Brausende Züge, viele Menschen, Durchsagen.

Nur gehört hatte ich es schon lange nicht mehr. Für mich klang der Bahnhof allmorgendlich nach Gitarrengedröhne, das versucht meinen Kopf zu wecken und mich für den Tag zu wappnen.

Es war ein sehr seltsamer Tag, so ganz ohne Musik im Ohr, aber langweilig war mir nicht. Ich war da, so richtig da, und nicht mit dem Kopf im irgendwo, sondern habe wahrgenommen, was um mich herum so alles war. Irgendwie ein ganz anderes Gefühl.

Ich mag wie die Stadt klingt. Ich mag Gesprächsfetzen und Autobrummen, das Geräusch hastiger Schritte und das Rauschen des Flusses.

Die Gesichter der Touristen, die das alles zum ersten Mal sehen. Ich frage mich manchmal, was sie wahrnehmen, dass ich verpasse.

Spüren wie der Winter zum Frühling wird, wie die Haut nicht mehr in Gänsehaut ausbricht sobald man draussen ist. Einen Fuss vor den anderen setzen, den Boden spüren.

Die Kopfhörer zu Hause lassen und der Welt zuhören.

Die Dinge sind nur schön, wenn man richtig hinsieht. 

Alles Liebe,

Fatima

 

Bildquelle: https://www.flickr.com/photos/renneville/

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