Leere Becher – Home from Home

Antwerpen ist still bei Nacht. Ich schlendere mit zwei Mädels durch die Strassen. Wir haben uns gerade erst kennengelernt.

Nach Tagen alleine in Museen, Cafés und dem 10-Bett-Zimmer des Hostels standen sie plötzlich im Raum. Sie heissen Lizzy und Mara, und schlugen vor, auszugehen.

Jede von uns hält einen Plastikbecher randvoll mit Vodka-Cola in der Hand. Ich habe keine Ahnung wo wir hingehen, aber Mara behauptet, sie wisse ganz genau wo der Club ist, und ich glaube ihr einfach mal.

Wir reden viel. Mara jammert darüber, dass sie keine Motivation habe, Sprachen zu lernen, da ja sowieso jeder Englisch könne. Sie ahnt voraus, wohl das ganze Leben, ein einsprachiger Dummkopf zu bleiben.

Gerade als ich widersprechen will, drückt mir Lizzy ihren Becher in die Hand. „I gotta piss“ verkündet sie, und verschwindet hinter einem Baum. Glücklicherweise läuft gerade niemand vorbei.

Mara lacht. „We’re brits, we piss everywhere“

In meinem Kopf wird gerade das Klischee der eleganten Briten zerstört.

Während wir auf Lizzy warten, schaue ich mich um. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir an diesem Haus schon einmal vorbeigelaufen sind.

Ich frage Mara, ob sie wirklich weiss wohin wir gehen. Sie kichert und ich kichere mit ihr.

Unsere Becher sind fast leer.

 

 

Bildquelle: Krzysztof Belczyńsk

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