Gedankenwirrwarr zum fertigen Manuskript

Ich habe 3 Jahre an dem Ding gearbeitet.
Von ein paar hingekritzelten Notizen auf einem Schreibblock, über mehrere Fassungen, bis hin zu dem Dokument, dass sich Endfassung nennt.

Ich würde lügen, wenn ich sagte, dass ich mich nicht darüber freue, endlich fertig zu sein, aber das vorherrschende Gefühl ist ein anderes. Es ist so ein…Oh?

Ich hatte mich so daran gewöhnt, an einem endlos scheinenden Vorhaben zu arbeiten, dass ich es jetzt fast ein wenig vermisse. Und all die kleinen Meilensteine und Rückschläge.

Der Moment, an dem ich die Erstfassung voller Stolz in eine Schreibwerkstatt mitgebracht habe. Zu zweit an einem Tisch für zwanzig sitzen und dann kommt so der Satz: „Das ist gut, aber mach das nochmal von vorne“
Und dann das ganze wieder auseinander nehmen. Nochmal plotten. Nochmal schreiben. Und noch eine Schreibwerkstatt, Und noch eine Fassung.
Bei einer Lesung durfte ich das erste Kapitel des Romans vorlesen. Viele Leute aus dem Publikum haben mich danach angesprochen, und mir gute Rückmeldungen gegeben. Und mit dazu das Gefühl, dass das Ganze irgendwie zu klappen scheint.

Nach einer langen Überarbeitungsphase, habe ich eines Nachmittags schliesslich den letzten Satz abgesegnet.

Dies rief erstmal nach einer Schockstarre. Dem Unwissen, was ich jetzt mit meinen Händen tun soll, wenn es nichts mehr zu tippen gibt. Und dann dieses…Oh?

Mittlerweile sitzt die Geschichte bei einigen Testlesern. Und ich habe ein Gegenmittel für das Oh?-Gefühl gefunden: Ein neues Projekt.

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Jemand anders – Home from Home

Es ist ein dumpfer Moment, wenn du erkennst, dass die Stadt, die du die letzten Jahre hinweg in liebender Erinnerung behalten hast, eigentlich ziemlich langweilig ist.

Ich bin mit einer Freundin hier. Als wir noch jünger waren, frisch ins Teeniealter gestolpert, waren wir oft hier. Doch damals waren wir noch jemand anders.
Wir waren leicht zu beeindrucken, hatten doch noch kaum etwas von der Welt gesehen. Es war Sommer und wir verbrachten Wochen in abgelegenen Dörfern irgendwo in Österreich um zu schreiben.

Wie klammerten uns an die Inspiration, die immer mal wieder vorbeischaute, aber uns so oft durch die Finger zu gleiten schien. Wir lasen uns Geschichten vor, mit mehr oder weniger fester Stimme, uns wappnend vor Kritik. Und zwischen all dem wurden unsere Freundschaften enger, bedeutender.

Wir wuchsen zwischen Worten und Absätzen, legten jede Zeile auf die Goldwaage. Erzählten uns von wilden Träumen und Geschehnissen, aber stets darauf bedacht keine billigen Phrasen zu verwenden. Ausgemerzte Füllwörter zwischen nächtlichen Geständnissen und frühmorgendlichem Frust.

Zusammen wurden wir, wer wir sind.

Bildquelle: Costel Slincu

Inspiration und Ideenfindung

„Ich würde ja gerne schreiben, aber mir fällt nichts ein…“

„Wie kommt man bloss auf solches Zeug“

„Mir würde sowas ja nie einfallen“

….eine kleine Auswahl von Dingen, die wir sagen, wenn wir irgendwo im Sumpf der Ideenlosigkeit stecken. In so einer Situation kommt man sich ziemlich hoffnungslos vor, doch meistens hilft es, wenn man einfach mal in eine andere Richtung denkt. Gute Ideen stecken in uns allen, aber manchmal muss man eben in der hintersten Ecke des Gehirns suchen gehen.

In diesem Artikel zeige ich dir einige Tricks, wie du deine Ideenflaute überwinden kannst. So schwer ist das nämlich gar nicht J

Here we go <3

Freies Schreiben/Intuitives Schreiben

Hast du auch schon mal auf das leere Blatt gestarrt und dich gefragt: „Und jetzt?“

Damit ist jetzt Schluss. Im intuitiven Scheiben geht es darum, dass du schreibst und zwar ohne wenn & aber. Stelle einen Timer auf 20 Minuten und schreib. Dabei ist es völlig egal was du schreibst, du sollst einfach 20 Minuten lang den Stift nicht vom Blatt nehmen und dabei möglichst nicht denken.

Das ist eine gute Methode, um dem inneren Kritiker einfach mal das Maul zu stopfen und die Worte freizulassen.

Wenn die 20 Minuten um sind, lies das Geschrieben in Ruhe durch. Ziemlich sicher werden Dinge dabei sein, an denen du hängen bleibst. Ein guter Satz, eine seltsame Wendung, eine neue Figur…

Jene kannst du dir jetzt rauspicken, und mit ihnen weiterarbeiten.

Zufallswort/Satz

Eine ähnliche Methode wie das intuitive Schreiben. Du startest mit einem zufälligen Wort oder Satz und schreibst alles auf, was dir dazu einfällt.

Du kannst auch mehrere Worte nehmen und versuchen, sie alle in einer Handlung unterzubringen. Oder lass dir von jemandem einen Satz geben, setze ihn an die Spitze des Blattes und schreibe weiter. Du kannst dir auch von einem Online – Generator ein Wort geben lassen.

http://wortgenerator.interkohl.com/ Ein Generator für Fantasieworte

https://www.satzgenerator.de/ Ein Generator für absurde Sätze.

So kommen dir Ideen für eine Handlung, die du danach weiterentwickeln kannst.

Liste mit Lieblingsdingen & No-Go’s

Mach eine Liste mit 10 Dingen, die du an einer Geschichte wirklich gerne magst. Das können allgemeine Dinge sein wie komplexe Charaktere oder ein Happy End, oder auch konkrete, handlungsbezogene Sachen wie Zeitreisen oder Geheimnisse.

Dann, mach das Gegenteil. Liste 10 Dinge, die du in einer Geschichte nicht ausstehen kannst. Bei mir sind das zum Beispiel ausschweifende Landschaftsbeschreibungen, Überdosen an Kitsch und Verschwörungstheorien.

Versuche dann anhand der Liste eine Geschichte zu bauen. Sie muss nicht all deine Vorlieben beinhalten, muss aber auch nicht alle No-Go’s ausschliessen.

Benutze die Liste als Wegweiser zu einer Geschichte, die dir Spass macht.

„Warum? Und was wäre, wenn‘s anders wäre?“

Hinterfrage alles. Finde abstruse Erklärungen. Lass deine Gedanken Blödsinn machen.

Warum ist der Hund der beste Freund des Menschen? Ist er nicht. In Wahrheit wurden Hunde von einer extraterrestrischen Spezies gesandt um Daten über die Menschheit zu sammeln, welche bei der Invasion der Ausserirdischen von grossem Nutzen sein werden. (So viel zum Thema abstruse Erklärungen)

Was wäre wenn Marienkäfer die Weltherrschaft an sich reissen würden? Was würde passieren, wenn jedes Monster, dass sich ein Mensch je ausgedacht hat, plötzlich zum Leben erwachen würde?

Haben dir die Tipps gefallen? Hast du welche davon ausprobiert? Und was ist dein persönlicher Trick fürs kreativ – sein?

Erzähl mir doch in den Kommentaren davon :)

Alles Liebe,

Fatima