Warnhinweise zum Studium

Während du blauäugig in dein neues Leben als Student frohlockst, habe ich mich dem schwierigen Vorhaben zugewandt, dich auf einige Dinge vorzubereiten, die dich in deinem Studium erwarten werden. Also setz dich bitte hin, nimm dir deinen laktosefreien Caramel Macchiato Grande oder deinen Pulverkafi, je nachdem wie tief du schon im Studentendasein steckst, und lies dies Aufmerksam durch.

Die ersten paar Wochen werden schön sein. Du wirst jede Veranstaltung besuchen, die auf deinem Stundenplan steht und gewissenhaft Notizen machen. Doch dann fängt es langsam an. Ein Schatten fällt über deine Seele. Du wirst in zahllosen Vorlesungen sitzen, und dich fragen, was du eigentlich hier tust. Inwiefern ist es relevant, dass du dich in deinem Sprachstudium mit den verschiedenen Formen der Energiegewinnung auseinandersetzt? Es wird immer ein Mysterium bleiben.
Dasselbe gilt für einige Dozierende. Wer hat diesen Personen erlaubt, zu unterrichten? Man weiss es nicht.

Und dann diese Prüfungen. Wochen lang quetschst du dir Wissen in den Schädel, nur um ein paar Tage nach der Prüfung aufzuwachen, und zu bemerken, dass du in kürzester Zeit alles wieder vergessen hast. So viel zum Thema Bildung.

Beim nächsten Familienessen werden dir Sätze zuflattern wie: „Ihr Studenten habt es so schön“ und „Das Studium ist die schönste Zeit im Leben“ und dann füllst du dein Weinglas nochmal auf, und fragst dich, was für Abscheulichkeiten diese Welt noch zu bieten hat, sollte dies die schönste Zeit in deinem Leben sein.

Du wirst dich in ewige Diskussionen mit Lehrlingen wiederfinden, die es furchtbar unfair finden, dass sie als Lehrling nicht so verhätschelt werden wie du. Gratis Fitnesscenter! Unipartys! Und das alles fürs nichts tun!
Ich verspreche dir, das Argument „Aber du hast Ende Monat Lohn auf dem Konto!“, wird nicht ziehen. Es wird sie nur noch wütender machen.
Das liebe Geld ist auch so ein Thema. Du wirst nämlich kaum welches haben, ausser deine Eltern sind sehr spendierfreudig oder du opferst deine Freizeit für einen Job, was wahrscheinlich darin resultieren wird, dass du eines Abends auf dem Küchenboden hockst, in ein Plastiksäckli atmest und dich fragst: „Habe ich überhaupt noch ein Leben?“

Aber hey, das Studium ist die schönste Zeit, die du je erleben wirst! Viele Ferien, keine Arbeit, lange schlafen und so. Yay!

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Bodys. Warum.

Trotz Schneegestöber im April bin ich guter Hoffnung, dass es bald Sommer wird. Also suchte ich gestern im Onlineshop meines Vertrauens nach hübschen Sachen für den Sommer.
Bald begann sich eine seltsame Begebenheit zu mehren: Ich sehe ein hübsches T-Shirt. Ich klicke darauf. Es ist kein T-Shirt. Es ist ein Body. Ein BODY.
Ja, genau, so ein Body wie in Babys eigentlich tragen. Die Onlineshops sind voll davon und in diversen Modemagazinen stehen Lobgesänge auf, ich zitiere: das supersexy Must-Have.

Aber ganz ehrlich: Ich verstehe das nicht ganz. Was ist sexy an einem Teil, das eigentlich vorrangig von Babys und Kleinkindern getragen wird? Zum Sport sind die Dinger vielleicht ganz praktisch, aber im Alltag?
Wie so ein Trottel habe ich mit der Zoomfunktion den Schritt dieses Kleidungsstücks angeschaut. Da waren keine Knöpfe.
Liebe Body-Träger_innen: Zieht ihr euch auf der Toilette dann einfach komplett aus? Oder tragt ihr Windeln? Oder sind Bodys nur für spezielle Glitzerprinzessinnen bestimmt, die nie aufs Klo müssen? Und überhaupt, das Ding schreit doch nach Cameltoe. Siehe die Körperhaltung der Dame oben. Die Arme lässig vor dem Schritt gekreuzt. Warum? Cameltoe. Garantiert.

Warum will man sowas tragen?

Liebe Body-Träger_innen: Erleuchtet mich.

Worum es geht

Es geht um Perspektive, sagt man
Was du gewinnst, wenn du verlierst
Was du verlierst, wenn du dich wagst
Zu tun, wonach deine Seele verlangt

Es geht um Mut, sagt man
Welche Schritte man tut und welche nicht
An welche Tür man klopft
Wenn sich eine andere geschlossen hat

Es geht um Vertrauen, sagt man
Das dich ein Netz auffängt, wenn du fällst
Aber fallen
Musst du selber

Es geht um Liebe, sagt man
Lernen, das Mädchen im Spiegel zu mögen
Mit ihr gemeinsame Sache zu machen
Ein Leben lang

Das wahre Gesicht

Es ist ein morgendliches Ritual
Die Fläschchen, die Tiegel, die Pinsel
Meine Haut, die Leinwand
Wer bin ich heute
Täuschung oder Kunst

An manchen Tagen Maske
Übermale, wie wenig ich tatsächlich schlafe
Rosige Wangen
Als hätte mich die Sonne ein wenig verbrannt
Es regnet seit Wochen

An manchen Tagen Kriegsbemalung
Die breiten, schwarzen Linien
Come at me, ich vertrag’s
Das ist kein Lippenstift
Das ist das Blut meiner Feinde

Es ist ein abendliches Ritual
Kaltes Wasser, Öl und Tuch
Die Entfernung der Schichten
Das Lüften der Wahrheit
Das wahre Gesicht

 

 

 

 

Bildquelle: babi